Droht Europa bis 2020 eine noch größere Flüchtlingswelle?

taz.de

Die Zahl der über die gefährliche Mittelmeerroute in Italien ankommenden Flüchtlinge ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Nach Schätzung des österreichischen Militärgeheimdienstes  wird die Zahl afrikanischer Zuwanderer massiv anwachsen, wenn die EU nichts unternimmt. Während seines Besuchs in Libyen  bezeichnete der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) die politische Situation in dem nordafrikanischen Land als "nach wie vor extrem schlecht". Libyen ist ein zentrales Land in der Flüchtlingskrise und Haupttransitland für Migranten auf ihrem Weg über das Mittelmeer nach Europa. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gadafi im Jahr 2011 versinkt das Land im Chaos. Etwa eine Million Menschen warten in Lybien auf ihre Reise nach Europa. Kriege und Krisen, sowie Hungersnöte in Afrika könnten die Zahl die nächsten Jahre drastisch erhöhen. 

Neue Krisen und somit neue Flüchtlingswellen

Es wird erwartet, dass die nächsten Jahre neue Flüchtlingswellen aus Afrika kommen. Betroffen sind diesmal die Staaten Äthiopien, die demokratische Republik Kongo, Sudan und Nigeria. Dazu kommt noch der Streit mit Erdogan: Beendet er den EU-Flüchtlingspakt und öffnet die Grenzen, erwartet uns eine Krise die den Ausmaß der Flüchtlingskrise der letzten Jahre weit übersteigen könnte.  Auch die Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge werde bis 2020 erheblich ansteigen. Grund dafür sei der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit in den betroffenen Staaten.  

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Flüchtlingscamps in Italien überfüllt

Laut der Internationalen Organisation für Migration erreichten bis 23. April 36.851 Migranten Europa. Besonders betroffen ist Italien als Erstankunftsland: Flüchtlingsunterkünfte sind überfüllt und Rom muss fast täglich neue errichten. Das Innenministerium in Rom macht Druck auf die Gemeinden, um Lösungen für die Flüchtlinge zu finden. Innenminister Marco Minniti drängt auf eine faire Lastenverteilung der Flüchtlingsversorgung innerhalb Italiens. Einige Regionen würden mehr als andere ihre Pflichten erfüllen, so der Minister. In zahlreichen Gemeinden wächst aber der Widerstand gegen Flüchtlinge, die immer wieder in Gewalt mündet. Besonders im Süden des Landes hat mit der Krise zu kämpfen. Italien rechnet im Jahr 2017 mit mehr als 200.000 Flüchtlingen., derzeit versorgen sie 177.000 Flüchtlinge 

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