Monsanto - Rettung vor der Lebensmittelknappheit oder Gift für die Menschheit?

Schafft es Monsanto doch endgültig nach Europa? Erst kürzlich kaufte Bayer das US-Konzern für 60 Milliarden US-Dollar - zum Rekordpreis! Könnte vielleicht daran liegen, dass kaum ein Unternehmen so einen schlechten Ruf unter der Bevölkerung hat. In den letzten Jahren protestierten die Menschen in mehr als 400 Städten weltweit gegen Monsanto. Doch was wird dem Konzern alles vorgeworfen und warum machen unsere Politiker das alles mit?

 

"Monsanto ist ein 1901 gegründeter und seit 1927 börsennotierterKonzern mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri, der Niederlassungen in 61 Ländern hat. Das Unternehmen produziert Saatgut und Herbizide und setzt seit den 1990er Jahren Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte ein. Bekannte Produkte sind verschiedene transgene Maissorten und Breitbandherbizide mit dem umstrittenem Wirkstoff Glyphosat unter dem Namen Roundup."  - Wikipedia

 

Doch viele Menschen behaupten, Monsanto würden durch ihr Gier nach Profit die Gesundheit der Bevölkerung missachten. Sie würden Lobbyarbeit betreiben um ihre giftigen Produkte ohne Hindernisse an den Markt bringen zu können. Mit diesen Aussagen haben die Menschen nicht ganz Unrecht. Laut vielen Theoretikern wird die Menschheit irgendwann den Kampf gegen Hunger verlieren. Dabei stellen sich Gentechnik-Firmen wie Monsanto gern als Retter der Menschheit dar. Konzernchef Hugh Grant verspricht die Verdoppelung der Ernte-Erträge dank der grünen Gentechnik. Doch für die Millionen Kritiker bleibt Monsanto dennoch eine Vergiftungs-Maschine.

Durchbruch

Der große Durchbruch des US-Konzerns startete in den 70ern, als sie das Pflanzenschutzmittel Glyphosat selbst produzierten und unter den Namen "Roundup" vermarkteten. Dieses Produkt kam von Anfang an gut bei den Bauern an, da es schnell einsickerte und man kurze Zeit darauf schon säen konnte. Das Problem an Roundup ist, dass es nur vor der Saat verteilt werden konnte, da es danach nicht nur das Unkraut sondern auch die jungen Plfanzen zerstört hätte.

Auf dem Gelände einer Roundup-Fabrik schwammen Reste des Mittels in einem Becken zusammen mit anderem Abwasser. In diesem fanden Monsanto-Biologen eine Bakterie, die resistent gegen Glyphosat war. Sie isolierten das Gen, das für die Resistenz zuständig war, und fügten es in andere Pflanzen ein. So entstand Roundup Ready, eine Genmanipulation, die Monsanto seit 1996 für Sojabohnen und danach für etliche Saatgüter wie Mais und Baumwolle einführte. 

Anfangs wurde diese Gentechnik nur an andere verkauft, bis sie in den 90ern selbst zum Saatguthersteller wurden. Das führte zum Durchbruch des US-Konzerns. Heute wächst in den USA kaum noch eine Mais-, Soja- oder Baumwollpflanze, deren Erbgut nicht verändert wurde. Mindestens jedes dritte Maiskorn kommt aus den Laboren von Monsanto. Auch deutsche Bauern nutzen Glyphosat auf 30 bis 40 Prozent der Äcker. Doch es erweckt einem der Eindruck, dass sie noch mehr hier erreichen wollen.

 

Kritik

 

Enthüllung von PR-Kampagne mit Wissenschaftlern

Nach einem Bericht der „New York Times“ hat Monsanto in den USA Wissenschaftler in eine Kampagne zur Förderung gentechnisch veränderter Lebensmittel eingebunden, mit deren Durchführung das PR-Unternehmen Ketchum beauftragt wurde.[25] Die diesbezüglichen Aktivitäten von Monsanto, der Biotechnolgy Industry Organisation und der Grocery Manufacturers Association sind in Tausenden von email-Seiten dokumentiert.

Wissenschaftler sind nach dem Bericht für die Lobby eine wichtige Zielgruppe, weil sie als unparteiisch und kompetent gelten und deshalb großen Einfluss auf die öffentliche Meinung sowie Politiker und Regulierer haben. Ein Teil der Wissenschaftler hat finanzielle Zuwendungen erhalten, anderen wurden Reisen nach Washington bezahlt, um dort die Interessen der Industrie zu vertreten. Weiterhin hat die Biotech-Indusrie Dutzende von Artikeln unter dem Namen prominenter Akademiker veröffentlicht, die von Beratern der Industrie verfasst worden sind.   - Lobbypedia

 

 

Paul Francois war Landwirt. Im Jahr 2004 reinigte er seinen Sprühtank, der das Pflanzenschutzmittel Lasso von Monsanto enthielt. Versehentlich atmete er das Gift ein. Wochenlang litt er an Gedächtnisverlust und starken Kopfschmerzen. Er begann zu stottern. Grund für seine Beschwerden waren neurologische Schäden aufgrund der Monsanto-Chemikalie. Sie sind teilweise unheilbar. Ein Jahr lang konnte Paul Francois seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Und noch heute leidet er an Folgeerkrankungen, so dass er nur halbtags arbeiten kann. Am 13. Februar 2012 wurde Monsanto vom französischen Landesgericht Lyon des Vergiftens mit Chemikalien schuldig gesprochen. Monsanto – so das Gericht – müsse den Kläger umfassend entschädigen.

 

Laut der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (U.S. Environmental Protection Agency) ist das Lasso-Wirkstoff Alachlor schädlich für die Leber, den Nieren, der Milz und den Augen. 

Lasso-Wirkstoff Alachlor der Leber, den Nieren, der Milz und den Augen Schäden zufügen sowie zur Entwicklung von Anämie und sogar von Krebs führen. Dazu kann es Krebs verursachen und das hormonelle Gleichgewicht stören. Trotz all dieser Warnungen und der weltweiten Protesten ist diese Substanz bis heute überall auf der Welt zu finden. 

 

Lobbyarbeit 

Es ist kein Geheimnis, dass das US-Konzern Lobbyarbeit betreibt und enge Kontakte zu Politikern und wichtigen Abgeordneten hat. Viele Umweltschützer, darunter Greenpeace, werfen Monsanto Bestechung vor.  Laut der Analysegruppe waren es 4.3 Million US-Dollar die das Konzern für ihre Lobbyarbeit ausgegeben hat.  Umweltgruppen halten Politikerbestechung für den Hauptgrund, warum kein Monsanto-Skandal je größere Konsequenzen hatte. 

 

Monsanto hat gute Kontakte zu US-Geheimdiensten, dem US-Militär, der US-Regierung und privaten Sicherheitsdiensten wie der Firma Blackwater, die im Auftrag der US-Regierung Söldner in den Irak und nach Afghanistan geschickt hat. Ehemalige Monsanto-Mitarbeiter gelangten in den USA in hohe Regierungsbehörden und Ministerien, in Industrieverbände und an Universitäten. Nach Angaben der Anti-Lobby-Organisation Open Secrets Org haben 2012 19 Monsanto-Lobbyisten teilweise hochrangige Posten in der US-Administration und sogar in Kontrollbehörden eingenommen. Nach den Enthüllungen von Wiki-Leaks hat der damalige US-Botschafter in Paris 2007 der US-Regierung vorgeschlagen, eine Strafliste für die EU-Staaten aufzustellen, die den Anbau von Gentech-Pflanzen amerikanischer Unternehmen verbieten wollen.  - Lobbypedia

 

 

Die meisten Erfolge haben die Monsanto Lobbyisten dem Anwalt Michael Taylor zu verdanken. Da der Anwalt einst bei der Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration arbeitete, hatte er  großen Einfluss auf die Behören und ihre Gesetze. Unter anderem ist es ihm zu "verdanken", dass es in den USA bis heute kein spezielles Prüfverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen gibt.

 

 

Umweltorganisation „Friends of the Earth“: „In vielen Ländern der Welt hat Monsanto ein unerträgliches Maß an Einfluss auf die nationale und internationale Nahrungs- und Landwirtschaftspolitik gewonnen.“

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