Himmel & Hölle

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Im Christentum, im Islam und im Judentum ist der Glaube an Himmel und Hölle  ein fester Bestandteil der Religion. Die Anhänger dieser Weltreligionen stellen ihr ganzes Leben nach diesem Glauben und der Hoffnung, durch gute Taten und der Ausübung der Religion nach ihrem Tod den Himmel betreten zu können. Zweifelsfrei hat diese Vorstellung viele Menschen zu guten Taten bewegt, doch die Geschichte hat uns auch gelehrt, wie irreleitend diese Vorstellung von Menschen interpretiert werden kann.

Viele Glauben der Ursprung dieser komplexen Vorstellung liegt im Judentum. Doch Forscher haben herausgefunden, dass das Judentum viele Elemente aus der zarathustrischen Religion entnommen hat. Folglich auch das Christentum und der Islam.

Die vom Religionsstifter Zarathustra gegründete iranische Religion Zarathustrismus gilt als die erste große monotheistische Religion, war die erste Religion mit dem Glauben an den Himmel und der Hölle und der Vorstellung an das jüngste Gericht.

Nach der Befreiung der jüdischen Sklaven aus Babylon durch den persischen Großkönig Kyros I nahmen die Juden viele Elemente dieser Religion in ihrem Glauben mit und wurden wiederum von den Christen und Muslimen übernommen.

Im Zarathustrismus ist Ahriman der Gegenspieler Gottes und hat viele Ähnlichkeiten zum Satan bzw. Iblis im Islam und Christentum.

Während im Judentum der Teufel "lediglich" für einen Ankläger am göttlichen Gerichtshof steht, vertritt der Satan bzw. Iblis für die Muslime und Christen das personifizierte Böse. Der Teufel ist es, der dich zu Sünden verführt und dich vom Weg ins Paradies abbringen will. Das Buch Daniel und das Henochbuch sind in dieser Zeit entstanden (4 – 6 Jahrhundert v. Chr.) und beinhalten viele Kernelemente des Zarathustrismus.

 

 

Im Yezidentum, Bahaitum und in der Spiritualität sind ebenfalls Bestandteile dieser Vorstellung vorhanden. In der griechischen Mythologie findet man  Hades und Tartaros und die Stätten des Lichts — Elysium und Himmel.  Ebenso glaubten auch die semitischen, ägyptischen und sumerischen Völker an eine Unterwelt.

 

Das Ägyptischen Totenbuch (Spruch 175) berichtet von einem Gespräch zwischen dem Totengott Osiris und dem Sonnengott Atum:

„Osiris: O Atum, was soll es bedeuten, daß ich zur Wüste des Totenreiches dahineilen soll? 

Sie hat kein Wasser, sie hat keine Luft, sie ist ganz tief, ganz finster, ganz unermesslich!

Atum: Du lebst dort im Frieden des Herzens.

Osiris: Aber dort lässt sich ja keine Wollust finden.

Atum: Ich habe Verklärtheit gegeben anstelle von Wasser, Luft und Wollust, und 

Frieden des Herzens anstelle von Brot und Bier.”

 

Ähnliches findet man in der Bibel:

 

„Das Totenreich drunten gerät in Erregung, wenn du hinab kommst. Deinetwegen weckt es die

 Totengeister auf, alle Fürsten der Erde, alle Könige der Völker lässt es aufstehen von ihren Thronen.

 Sie alle rufen dir zu: Auch du bist nun kraftlos geworden wie wir, jetzt bist du uns gleich.

 Hinabgeschleudert zur Unterwelt ist deine Pracht samt deinen klingenden Harfen. 

Auf Würmer bist du gebettet, Maden sind deine Decke.“

 (Jesaja 14,9-11)

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