Göbekli Tepe

Wenn es um die Entdeckung prähistorischer Städte oder Anlagen geht, ist die Meinung unter den Forschern sehr oft umstritten, doch beim Fund von Göbekli Tepe waren alle einer Meinung: Die Geschichte muss umgeschrieben werden.

„Was in Sanliurfa steht, fordert uns auf, die frühe Menschheitsgeschichte umzuschreiben“, sagt Friederike Fless, Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).

Den Menschen aus der Steinzeit hatte man bisher nicht die Errichtung solcher monumentaler Steinkreise zugetraut. Aus dieser Zeit kannte man bisher bestenfalls die Reste von kleinen, runden Hütten aus Lehm und Steinen.

Der Göbekli Tepe ist ein prähistorischer Fundort, dessen Nutzung bis in das 10.Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Er liegt in der heutigen Türkei auf den Berg Germus in 750 Metern Höhe, ca. 15 Kilometer von Sanliurfa entfernt.

Forscher fanden an diesem Ort unter anderem T-förmige Pfeiler mit verzierten Tier- und Menschenreliefs , die aus der Zeit des Epipaläolithikum datiert werden. Jeder Pfeiler ist bis zu 6 Meter hoch und bis zu 20 Tonnen schwer. Es wird vermutet, dass noch über 200 weitere Pfeiler unter dem Erdboden liegen

Bisher konnten Forscher nur 1.5% des Areals ausgraben, eine vollständige Ausgrabung ist noch nicht geplant.

 

Diese Anlage stammt aus einer Zeit, in der Menschen lediglich Jäger und Sammler waren, Viehzucht war zu der Zeit noch unbekannt. Die ausgewerteten Tierknochen weisen darauf hin, dass es ausschließlich um wilde Tiere handelte, die von Jägern erlegt worden sind.

 

Tiersymbole mit Berichten aus der Zeit vor der Zivilisation

Schottische Forscher glauben, dass in einigen Tiersymbolen in den Stelen ein Kometeneinschlag auf der Erde dargestellt sein soll. Auf dem sogenannten »Geierstein« (Vulture Stone) entdeckten sie Symbole, denen sie genau diese astronomische Bedeutung zuweisen.

Auf einer Stele erkennen sie die Einschläge von Kometenfragmente und einen kopflosen Menschen, der die unzähligen Menschenopfern symbolisieren soll, das die Katastrophe gefordert hatte.

Forscher führten anhand eines speziellen Computerprogramms verschiedene Simulationen durch, um die astronomische Konstellation über Göbekli Tepe und die Darstellungen auf dem Geierstein in Übereinstimmung zu bringen. Ihr Ergebnis bestätigte ihe Theorie.

Lange vor diesem Fund gab es bereits Theorien über solch einen Einschlag, dass für das Ende der vorgeschichtlichen Zivilisationen verantwortlich sein soll. Laut den Anhängern dieser Theorie waren die Überlebenden dieser Katastrophe die Vorfahren aller heutigen Zivilisationen. Grund für diese Theorie ist das bislang unerklärlich Absinken der globalen Temperatur während der Jüngeren Dryaszeit (Zeitraum von 10.730–9700 v. Chr.) , dass unter anderem für das Aussterben des Wollmammuts verantwortlich ist. Diese Ereignisse können mit einem Kometeneinschlag erklärt werden.

Die Funktion der Anlage ist nach wie vor unklar. Der Ausgräber Klaus Schmidt war der Meinung, dass es sich hierbei um ein steinzeitliches Bergheiligtum handeln könnte.

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