Das Rätsel um das Bermuda-Dreieck

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Zahllose Menschen sind in der Meeresregion Bermuda-Dreieck auf rätselhafte Weise verschollen. Sie verschwanden vom Deck ihrer Boote, selbst ganze Schiffe und Flugzeuge lösten sich anscheinend in Luft auf. Über dieses Mysterium gibt es die verschiedensten Theorien, wie von Zeitrissen, über dunkle Mächte,  Seeungeheuer, Außerirdische oder gar rachsüchtige Bewohner der versunkenen Insel Atlantis. Doch Wissenschaftler wollten sich mit solchen Erklärungen nicht zufrieden geben. Sie vermuten, dass tödliche Naturphänomene der Schlüssel zum Geheimnis des Bermuda-Dreiecks sind.

Beispiele einiger Vorfälle

USA 1945: Airforce-Übungsflug 19

Gleich fünf Torpedobomber verschwanden 1945 vor der Ostküste Floridas - in einem Gebiet, das später wegen wiederholter Flug- und Schiffsunglücke als "Bermuda-Dreieck" bekannt wurde. Eigentlich sollte es nur eine Routineübung werden, als die fünf Flieger den Marinestützpunkt Fort Lauderdale am 5. Dezember um 14.10 Uhr verließen. Um 15:45 dann der Funk:" Wir scheinen vom Kurs abgekommen zu sein. Können kein Land sehen, wiederhole sehen kein Land." Der Tower wies Flugleiter Taylor daraufhin an, nach Westen zu fliegen. Daraufhin antwortete dieser: "Können nicht feststellen, wo Westen ist. Nichts stimmt mehr." Taylor gab durch, beide Kompasse in seiner Maschine müssten defekt sein. Trotz ausgedehnter Suchaktion fand man weder Wrackteile, noch Überlebende.

Juni 2001

Tom Oshewsky, Marineoffizier und erfahrener Segler, durchquert auf seinem Weg nach Maryland das Bermuda-Dreieck. Täglich sendet er einen Funkspruch als Lebenszeichen. Bis zum 8. Juni. Später stellt sich heraus: Auch im Logbuch enden die Einträge an diesem Tag, sogar mitten im Satz. Tagelang sucht die Küstenwache im Atlantik erfolglos nach der Yacht. Erst Wochen später taucht das Segelboot wieder auf – unversehrt und mehrere hundert Kilometer vom Kurs entfernt. Doch von Kapitän Tom Oshewsky findet sich keine Spur. Bis heute ist er verschwunden.

Wieder Navigationsgeräte, die verrückt spielen

Auch Amateurpilotin Cary Trantham wäre beinahe den tödlichen Kräften des Bermuda-Dreiecks zum Opfer gefallen. Auf einem Nachtflug spielen ohne erkennbaren Grund die Navigationsinstrumente ihrer Maschine verrückt. Cary gerät in Panik: „Ich wollte nicht als eines der vielen Flugzeuge enden, die im Bermuda-Dreieck verschwinden." Sie verliert die Orientierung, um ein Haar stürzt sie ab. Doch sie schafft es und warnt jeden: „Man kann nicht alles erklären, was im Bermuda-Dreieck passiert. Ich werde dort nie wieder nachts fliegen."

USS Cyclops (AC-4) 

Die USS Cyclops (AC-4) der United States Navy verschwand am 4. März 1918 nach dem Auslaufen aus Barbados unter bislang ungeklärten Umständen im Gebiet des Bermudadreiecks. Man geht zwar davon aus, dass das Kohleschiff, das ungünstig beladen war und einen Maschinenschaden hatte, in einem plötzlich aufziehenden Sturm gesunken ist; jedoch fehlt bis heute von dem Schiff und den 306 Menschen an Bord jede Spur. Ein Wrack wurde nie gefunden.

 

Forscher glauben das Rätsel gelüftet zu haben

Einige Geowissenschaftler aus Japan, Deutschland und den USA haben riesige Methangas-Vorkommen im Gebiet des Bermudadreiecks gefunden, die für das spurlose Verschwinden von Schiffen verantwortlich sein könnten.

In Wassertiefen von 500 bis 2000 Metern kann sich aus Methan bei bestimmten Temperaturen Methanhydrat bilden. Ändern sich Druck und Temperatur, entweicht Methan aus diesen eis-ähnlichen Brocken. Geschehen diese Änderungen abrupt, etwa durch ein Seebeben (in küstennahen Regionen auch Erdbeben) oder tektonische Verschiebungen, kann innerhalb kurzer Zeit ein großer Teil eines Methanhydratvorkommens in seine Bestandteile (Methan und Wasser) zerlegt werden und es kommt zum Methanausbruch (engl. blowout).

Das gasförmige Methan steigt hierbei in vielen, winzigen Blasen auf. Dieser Vorgang gleicht einem massiven Aufsteigen von CO2-Blasen in einer Sprudelflasche. Die mittlere Dichte des Gas-Wasser-Gemischs ist dabei viel geringer als die des Wassers. Befindet sich ein Schiff nun direkt oder teilweise über einem solchen Gas-Wasser-Gemisch, sinkt es hinein, weil der Auftrieb des Schiffs stark verringert ist. Sinkt das Schiff mit dem Deck unter die Oberfläche, kann Wasser eindringen, und das Schiff sinkt.

Außerdem entstehen beim Aufsteigen der Gasblasen durch die Reibung mit dem Wasser elektrische Ladungen, die durch die Aufwärtsbewegung einen elektrischen Strom und dadurch Magnetfelder erzeugen, welche das Auftreten von Ausfällen elektrischer und magnetischer Geräte und Instrumente, so auch von Kompassen, erklären können.

Nach dem Verschwinden von Flug 19 gaben mehrere Zeugen an, eine Explosion am Himmel gesehen zu haben. Im Sinne dieses Erklärungsversuchs hat sich aufgestiegenes Methangas an den Motoren der Flugzeuge entzündet, was zu einer großen Verpuffung geführt hat, der die Maschinen schließlich zum Opfer fielen. Allerdings gibt es bisher keinen Hinweis, dass Methangas aus dem Meer in Flughöhe Verpuffungen verursacht.